Freiflächen- oder Aufdach-Anlage? Warum Freiflächenprojekte wirtschaftlich die Nase vorn haben
Dach oder Fläche? Was sich für Investor*innen wirklich lohnt
Photovoltaik ist nicht gleich Photovoltaik. Wer die Wahl zwischen einer klassischen Aufdach-Anlage und einer professionellen Freiflächen-Anlage hat, steht vor einer strategischen Entscheidung.
Auf den ersten Blick wirken Dachanlagen attraktiv: Sie nutzen bereits vorhandene Flächen und scheinen unkompliziert in der Umsetzung. Doch beim genaueren Hinsehen zeigen sich erhebliche wirtschaftliche Vorteile bei Freiflächenprojekten, vor allem für Investor*innen, die auf langfristige Erträge, Skaleneffekte und professionelle Betriebsführung setzen.
Warum Freiflächenanlagen wirtschaftlich klar im Vorteil sind
Freiflächenanlagen profitieren von besseren Erträgen, geringeren Kosten und flexiblerer Nutzung. Hier die wichtigsten Unterschiede im Überblick:
1. Geringere Investitionskosten pro kWp
Während Aufdachanlagen mit 1.150 bis 1.350 € pro kWp deutlich teurer sind, lassen sich Freiflächenanlagen bereits ab 850 bis 1.100 € pro kWp realisieren.
Der Grund: Freiflächenprojekte nutzen Skaleneffekte. Größere Anlagen werden effizienter gebaut und betrieben.
2. Höhere Stromerträge durch optimale Ausrichtung
Freiflächenanlagen werden gezielt zur Sonne ausgerichtet und erzielen damit 1.000 bis 1.100 kWh pro kWp.
Dachanlagen schaffen oft nur 900 bis 980 kWh pro kWp, da sie von der Dachneigung und -ausrichtung abhängig sind.
3. Niedrigere Betriebskosten
Auch im Betrieb punkten Freiflächenanlagen:
Die laufenden Kosten liegen bei 7 bis 11 € pro kWp, bei Dachanlagen hingegen bei 11 bis 16 € pro kWp. Ein klarer Kostenvorteil über die gesamte Laufzeit.
4. Langfristige Flächensicherung ohne Eigentümer-Risiko
Dachflächen sind oft abhängig von Eigentümerwechseln oder baulichen Veränderungen.
Freiflächenprojekte dagegen werden über Pachtverträge von mindestens 20 Jahren gesichert, oft mit Verlängerungsoptionen um weitere 10 Jahre. So bleibt die Nutzung langfristig stabil.
5. Flexiblere Stromvermarktung jenseits des EEG
Dachanlagen sind meist auf das EEG mit aktuell 9 bis 11 ct/kWh angewiesen.
Freiflächenprojekte können von Direktvermarktung und PPAs profitieren, mit Perspektiven auf höhere Marktpreise bei steigender Stromnachfrage.
6. Höhere langfristige Renditen
Dachanlagen erzielen langfristig ca. 4–7 % Rendite p.a.
Freiflächenanlagen liegen bei 6–9 % p.a.
Über eine Laufzeit von 30 Jahren ergibt sich bei Freiflächenprojekten ein deutlich höherer Kapitalrückfluss: bis zu 200.000–220.000 €, während Dachprojekte oft nur 60.000–80.000 € erwirtschaften.
Wo Dachanlagen unterschätzt werden, und warum das Risiko steigt
Aufdachanlagen wirken auf den ersten Blick attraktiv. Doch in der Praxis zeigen sich zunehmende Risiken:
- Abhängigkeit von Gebäudeeigentümern, etwa bei Verkauf oder Umbau
- Eingeschränkte Ertragsoptimierung durch feste Dachneigung
- Steigende Betriebskosten, die nicht mit der Ertragsentwicklung Schritt halten
- Beschränkung auf EEG-Vergütung, die nicht inflationsgesichert ist
Fazit: Wer langfristig denkt, setzt auf Freiflächen
Freiflächenanlagen sind wirtschaftlich klar im Vorteil. Sie bieten:
- Niedrigere Investitions- und Betriebskosten
- Höhere Erträge durch optimale Ausrichtung
- Flexiblere Stromvermarktung
- Langfristig gesicherte Flächennutzung
- Attraktivere Renditen über die gesamte Laufzeit
Wer also langfristige Planungssicherheit und wirtschaftliche Effizienz sucht, trifft mit einem Freiflächenprojekt die bessere Wahl.
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